Psychologe verrät, so entkommst du der toxischen Beziehung
“Ich kann einfach nicht gehen. Egal wie schlecht es mir geht, ich bleibe.”
Mit diesen Worten begann Sabine unsere erste Sitzung. Ihre Augen waren gerötet, die Schultern hingen kraftlos herab.
Sabine steckte seit Jahren in einer toxischen Beziehung fest, eine Situation, die ich als Psychologe leider allzu oft erlebe.
Vielleicht kommen dir Sabines Worte bekannt vor?
Oder vielleicht kennst du diese Gedanken ja auch.
- Ich habe niemanden außer ihm/ihr.
- Ich habe zu viel investiert.
- Ich schaffe es alleine nicht.
Toxische Beziehungen sind wie ein Sumpf, der uns langsam aber sicher hinabzieht. Doch es gibt einen Weg hinaus, und ich möchte dir zeigen, wie du ihn findest.
Übrigens: Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich, 30 Minuten per Video. Wie es danach weitergeht, entscheidest du. Alle Preise auf einen Blick.
Was macht eine Beziehung toxisch?
Bevor wir uns ansehen, wie man aus einer toxischen Beziehung ausbrechen kann, ist es wichtig zu verstehen, was eine solche Beziehung überhaupt ausmacht. Hier sind einige typische Merkmale.
- Mangel an Respekt. Dein Partner macht sich über dich lustig, kritisiert dich ständig oder ignoriert deine Gefühle. Das passiert auch oft in der Öffentlichkeit oder bei Freunden und Verwandten.
- Kontrollverhalten. Dein Partner versucht, deine Handlungen, deinen Alltag, wie du deine Freundschaften pflegst oder sogar deine Gedanken zu kontrollieren.
- Manipulation. Gaslighting, Schuldzuweisungen und emotionale Erpressung sind an der Tagesordnung. Was das mit deinem Selbstwert macht, ist offensichtlich. Da kann nichts Gutes bei herumkommen.
- Fehlende Unterstützung. Deine Erfolge werden kleingeredet, deine Träume belächelt. Das ist besonders schlimm, denn so oft brauchen wir einen starken Partner in Krisen, um diese gut zu bewältigen. Wenn es also drauf ankommt, ist dein Partner nicht für dich da.
- Unberechenbarkeit. Die Stimmung deines Partners schwankt extrem, du fühlst dich wie auf Eierschalen.
“Aber Herr Pförtner”, sagte Sabine in unserer dritten Sitzung, “manchmal ist er doch auch so liebevoll, so romantisch, so voller Hingabe. Dann denke ich, alles wird gut. Das ist mein Traummann.”
“Manchmal ist er so liebevoll… dann denke ich, alles wird gut.”
Ich nickte verständnisvoll. “Das ist ein klassisches Muster in toxischen Beziehungen, liebe Frau Ballweg. Diese kurzen Momente der Zuneigung halten uns gefangen, lassen uns hoffen. Hoffnung verlängert in solchen Beziehungen allerdings das Leid. Denn Hoffnung ändert nichts am Grundproblem.”
Geht es dir wie Sabine in deiner Partnerschaft?
Dann können wir gerne deine Situation in einem unverbindlichen Erstgespräch besprechen und herausfinden, welche Unterstützung für dich sinnvoll ist.
Was ist der erste Schritt aus einer toxischen Beziehung?
Der Weg aus einer toxischen Beziehung beginnt mit der Erkenntnis, dass etwas nicht stimmt. Dass die Realität nicht so ist, wie wir sie uns wünschen. Denn die Realität wird total verdreht, um unser Selbstbild oder das Bild unserer Beziehung zu schützen.
Ich bat Sabine, ein Tagebuch zu führen. “Notieren Sie jeden Abend, wie Sie sich gefühlt haben, als Ihr Partner wieder lauter wurde, was vorgefallen ist. Seien Sie dabei ganz ehrlich zu sich selbst.”
Nach zwei Wochen war bereits der Folgetermin, und Frau Ballweg saß mit roten Wangen vor ihrer Webcam. “Ich… ich habe das Tagebuch geführt. Ich habe das einfach mal durchgezogen. So wie Sie es gesagt haben”, sagte sie leise.
“Und als ich es mir gestern Abend durchlas, war ich schockiert. Ich hatte gar nicht realisiert, wie oft ich mich schlecht fühle, wie viele Dinge er mir an den Kopf wirft. Gestern Abend konnte ich deswegen auch nicht mehr einschlafen, und ich wollte heute eigentlich absagen…”
“…ich war schockiert. Ich hatte gar nicht realisiert, wie oft ich mich schlecht fühle…”
Dieser Moment der Erkenntnis ist oft so unglaublich schmerzhaft, aber er ist unglaublich wichtig. Er ist der erste Schritt in Richtung Veränderung.
Wie ziehst du die Reißleine deiner toxischen Beziehung?
“Ich weiß jetzt, dass meine Beziehung toxisch ist. Aber wie komme ich da raus?” Diese Frage stellte mir Sabine, nachdem sie zwei Wochen lang ihr Tagebuch geführt hatte. Es ist eine Frage, die viele meiner Klienten in ähnlichen Situationen stellen.
Hier sind einige konkrete Schritte, die ich ihnen empfehle.
- Triff eine endgültige Entscheidung. Kein wenn und aber mehr. Der erste Schritt ist, dir selbst klar zu machen: “Ich will und werde diese Beziehung beenden.” Sabine formulierte es so: “Ich habe beschlossen, dass ich es wert bin, glücklicher in Zukunft zu sein. Und jetzt bin ich es in dieser Beziehung einfach nicht.”
- Such dir Unterstützung. Informier deine beste Freundin oder Freund, oder Familienmitglieder über deine Situation und deine Absichten. “Als ich meiner besten Freundin alles erzählte, war ich überrascht, wie verständnisvoll und hilfsbereit sie war”, berichtete zum Beispiel Sabine.
- Plan deinen Ausstieg. Bereite alles praktisch vor. In einer Ehe ist das etwas komplizierter, aber pack heimlich eine Tasche mit dem Nötigsten, sicher wichtige Dokumente und etwas Geld. “Ich habe einen Koffer bei meiner Schwester deponiert”, erzählte Sabine. “Das gab mir ein Gefühl von Sicherheit.”
- Wähl den richtigen Moment. Wenn möglich, führ das Trennungsgespräch an einem neutralen und öffentlichen Ort. Sabine entschied sich, ihrem Partner in einem Café mitzuteilen, dass sie geht.
- Sei klar und ehrlich. Verwende “Ich-Botschaften” und bleib bei deiner Entscheidung. Sabine übte mit mir den Satz: “Ich habe mich entschieden, diese Beziehung zu beenden. Diese Entscheidung steht fest.”
Fühlst du dich in deiner Beziehung nicht mehr wohl und vermutest, dass narzisstische Verhaltensweisen eine Rolle spielen?
In einem unverbindlichen Erstgespräch können wir deine Situation besprechen und gemeinsam herausfinden, welche Unterstützung für dich sinnvoll ist.
Wie überstehst du die Zeit nach der Trennung?
Die Zeit unmittelbar nach der Trennung kann besonders herausfordernd sein. “Ich fühlte mich wie betäubt”, erinnerte sich Sabine. “Ein Teil von mir wollte zurück, obwohl ich wusste, dass es zu nichts führen würde.”
In dieser Phase ist es wichtig, dich selbst zu schützen.
- Brich den Kontakt ab. Blockier deinen Ex-Partner auf allen Kommunikationskanälen. “Das war der schwerste Schritt”, gab Sabine zu. “Aber er war nötig, um wirklich loszulassen.”
- Achte auf deine Sicherheit. Wenn dein Partner zu Aggressivität neigt oder unberechenbar ist, zögere nicht, zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. In manchen Fällen kann es notwendig sein, vorübergehend in ein Frauenhaus zu ziehen.
“Ich hatte Angst, dass er mich nicht gehen lassen würde”, erzählte mir eine andere Klientin namens Laura.
“Das Frauenhaus gab mir die Sicherheit, die ich brauchte, um mich neu zu sortieren. Ich zog mehr als 400 km, mit meinen zwei Söhnen, nach Heilbronn. Das war total überwältigend am Anfang. Aber nachdem meine Söhne wieder zur Schule gingen, hat sich auch meine Nervosität etwas gelegt.”
Frauenhäuser bieten nicht nur physischen Schutz, sondern helfen auch, psychologische Unterstützung und praktische Hilfe bei rechtlichen und finanziellen Fragen von externen Anbietern zu bekommen.
Sie sind eine wertvolle Ressource für Frauen in Krisensituationen.
Der Weg aus einer toxischen Beziehung ist nicht immer einfach, aber er ist möglich. Hoffen auf einen besseren Morgen verlängert das eigene Leid. Gib die Hoffnung auf, sobald du die Fakten in deinem Tagebuch vor dir hast.
Mit jedem Schritt, den du in Richtung eines selbstbestimmten Lebens gehst, wirst du stärker. Bitte denk immer daran: Du hast ein Recht auf Respekt, Liebe und Glück in deinen Beziehungen.
Hast du auch ein Problem in deiner Partnerschaft, das du bisher nicht lösen konntest?
Dann buch auch ein kostenfreies 20-minütiges Kennenlerngespräch per Videocall. Mit mir bekommst du einen Psychologen, der
- dir Raum gibt
- deine Gedanken ordnet
- deine Veränderung einfühlsam begleitet.
Ich freue mich und verbleibe mit
Vorfreude,
Dein Patric Pförtner